Seo Watchblog - Suchmaschinenoptimierung einfach erklärt

Webseitenmigration

Veröffentlicht am 18. Januar 2009 in Tutorials

Ich hatte ja schon geschrieben, dass mein Bruder dieses Wochenende bei mir sein würde und wir haben sein Blog auf eigenen Webspace und eine eigene Domain (hundertachtzehn.com) migriert. Sein Blog war vorher bei mir auf einer Subdomain gehostet, damit er ausprobieren kann, ob er überhaupt dauerhaft Lust am Bloggen und dem ganzen Internetding hat. Die Lust und somit auch die Eigenständigkeit ist schneller gekommen, als ich gedacht hätte. Zu meiner Freude, da mein Bruder auch drei meiner Projekte übernehmen wird. Dazu aber ein anderes Mal.

Ich möchte hier beschreiben, wie man ein Webprojekt auf eine neue Domain und neuen Webspace umzieht. Für die meisten von euch ist das wohl ein alter Hut, aber ich hoffe dennoch einigen von euch damit helfen zu können, die gröbsten Fehler zu vermeiden.

Zunächst einmal sucht man sich natürlich den Hoster seines Vertrauens, oder den günstigsten, aber da empfehle ich jedem eher den mit dem besten Service zu nehmen, statt nur den mit dem günstigsten Preis. Man beantragt seine Domain und wartet bis diese eingerichtet ist. Das kann schonmal einige Zeit dauern. Wir hatten aber Glück und die Domain war nach einigen Stunden erreichbar.

Bis dahin nichts schwieriges. Doch jetzt sollte man ein wenig aufpassen um keine Verwirrung bei Besuchern und Suchmaschinen herbeizuführen. Man installiert meist die Software, die man nutzt, bei uns war das WordPress. WordPress pingt was das Zeug hält und kann so einige verwirrende Links in RSS-Verzeichnissen und eben auch bei Google hervorrufen. Am besten die Pings ausschalten. Aber nicht vergessen, diese am Ende, wenn alles fertig ist, wieder einzuschalten, denn ein gutes Pingsystem kann die Indexierung erheblich beschleunigen, was gerade bei aktuellen Themen von nicht unerheblicher Bedeutung ist. Zunächst aber aus. Ich schalte zunächst bei WordPress auch die Auffindbarkeit in Suchmaschinen aus, lasse also ein “noindex” in den Header schreiben. Auch hier gilt, dass man das nicht vergessen sollte.

Jetzt spielt man also das Backup ein und fummelt alles so hin, das es passt, was manchmal einige Arbeit sein kann. Dies tut man aber eben im “Tarnmodus” und kann sich deshalb Zeit lassen. Stressfreies Arbeiten ist meist auch fehlerfreieres Arbeiten. Achtet vor allem bei der Migration auf die URL-Struktur. Idealer Weise nutzt man im neuen System die Struktur des alten Systems. Das erleichtert den Übergang enorm. Will man aber eine andere Linkstruktur, sollte man sich fragen, ob die alte Struktur wirklich so schlecht war, oder ob dies eher ein Nebenkriegsschauplatz sein. Zwar muss man Google nicht vollends glauben, wenn sie schreiben, dass dynamische URLs und statische URLs gleich behandelt werden, aber es hilft jedenfalls noch einmal gut zu überlegen, ob die Strukturveränderung wirklich notwendig ist. Eine Veränderung wird die Indexierung jedenfalls nicht beschleunigen;)

Wenn man also alle Inhalte migriert hat, setzt man sich an die htaccess des neuen Projekts. Hier würde ich empfehlen, dass man sich genau informiert, wie eine solche Weiterleitung funktioniert, um nicht zwischenzeitlich ins Leere zu verweisen. Ich bin kein Experte darin, aber so schwierig ist das auch nicht, wenn man nicht mit Spezialfällen zu kämpfen hat. Wir gehen jetzt einfach mal vom Fall aus, dass die Struktur gleichgeblieben ist. Dann schriebt man in die htaccess:

Redirect permanent / http://www.neuedomain.de/

Damit werden alle URLs der alten Domain auf die gleiche Struktur der neuen Domain verwiesen. Alle Links sollten weiterhin zählen und Google sollte recht schnell die neue Linkstruktur annehmen. Wichtig ist hier bei das “/” am Ende der neuen Domain, sonst würde ein Beitrag www.altedomain.de/artikel.html auf www.neuedomain.deartikel.html weitergeleitet. Den Fehler hatte ich gestern auch gemacht. Doof allerdings nur, wenn man es nicht gleich merkt.

Nachdem man ausprobiert hat, dass auch alles geklappt hat, sollte man zunächst seine Googledienste umstellen. Also Analytics, Webmastertools und eventuell auch Adsense. Wenn man seine neue Sitemap eingespeist hat, weiß Google schon, dass man umgezogen ist. Am besten bearbeitet man noch einen Artikel, um Google zu pingen und anzuzeigen, dass man umgezogen ist. Quasi wie die gute alte Postkarte, die man früher an Bekannte versandt hat.

Jetzt könnte man einfach abwarten, irgendwann wird Google von der alten Domain auf die neue umstellen. Besser ist es aber, schnell dafür zu sorgen, dass das Verhältnis zwischen den Links auf die alte Domain und denen auf die neue Domain sich in die richtige Richtung bewegt. Da muss man gar nicht alle möglichen Leute anschreiben, sondern kann zunächst bei sich anfangen und Alle in Artikel und dem Template gesetzten Links ändern. Im Template habe ich das schon oft vergessen, schaut lieber nochmals nach worauf bspw. eure Navigation verweist. In den Artikel kann das wirklich nervig sein, wenn man schon länger das alte Projekt betrieben hat.

Da gibt es aber für die meisten Systeme ein Plugin, was das erledigt, ansonsten müsste man im der Datenbank ran. Für WordPress gibt es das Plugin Search & Replace auf das mich Enno aufmerksam gemacht hat. Damit müsste es recht schnell gehen. Man darf nie die “Macht” der internen Verlinkung unterschätzen!

Wenn das erledigt ist, kann man natürlich auch noch den ein oder anderen Webmaster anschreiben, den man besser oder gut kennt, ob er nicht den Link ändern möchte. Die wenigsten werden einem das abschlagen. Tipp: kommt nicht gleich mit dem Googleargument, das lässt euch gierig erscheinen. Es ist eh einleuchtend, warum es sinnvoll ist, auf die neue Adresse hinzuweisen. So bekommt ihr sicherlich auch noch von dem ein oder anderen einen weiteren Link, weil jemand über euren Umzug berichtet. Dabei noch ein Tipp: Warum nicht den Umzug mit einer neuen Tapete feiern und ein tolles neues Design mit aufsetzen. So gibt man vielen noch mehr Grund über die neue Adresse zu bloggen. Die Links sind dann schönes Beiwerk.

Man kann also die Migration auch bei Google beschleunigen, für Google eindeutig ausfallen lassen und dafür sorgen, dass die neue Domain schnell die Stärke der alten Domain annimmt plus X.

Mich wundert übrigens, dass der migrierte Blog immer noch nur unter der alten Domain gefunden wird. Dieser Artikel soll natürlich auch das beschleunigen. Vielleicht ist der ein oder andere von euch auch so nett und spendiert meinem Bruder einen Link auf die neue Domain. Ich werde hier ergänzen, wie lange es gebraucht hat, bis die neue Domain und alle Rankings im Index geändert wurden.

Ich hoffe, ich habe einigen mit diesem Artikel helfen können. Vieles versteht sich von selbst, aber ich habe gemerkt, dass es mir gerade bei Themen, in denen ich nicht so firm bin, gut tut, die wichtigsten Punkte nochmals durchzugehen, bevor ich die Aktion starte. Also alle Umzügler, Augen auf und Gehirn an, dann ist die Webseitenmigration kein Akt.

Wie immer gilt, Ergänzungen, Verbesserungen und Tipps in die Kommentare, ich kann weder auf alles achten, noch weiß ich alles,w as es zu beachten gibt.

Update: Jetzt nach ungefährt 48 Stunden führt Google auch die Startseite der neuen Domain im Index. Reichlich lang gedauert, meiner Meinung nach, vor allem fürt Google bis jetzt nur die Startseite. Alle Rankings sind noch unter der alten Adresse in den Serps.

6 Kommentare
  • Badgetblogger (Webseite) am 18.01.2009 um 20:51 Uhr (#)

    Ich hab dieses Wochenende auch an meinem neuen Blog gebastelt…dauert immer ewig bis mans so hat wie mans will.
    das seowp solltet ihr vielleicht noch installieren.

  • Raphael Raue (Webseite) am 18.01.2009 um 21:08 Uhr (#)

    Ich mache lieber händisch, was das Plugin kann und Metakeys halte ich eben für Zeitverschwendung. Nicht, dass sie nichts bringen, wer weiß, aber die Zeit investiere ich lieber in neue Artikel oder die Linksuche. Für andere aber mag das eine sinvolle Erweiterung sein, das will ich nicht ausschließen.

  • Ralph (Webseite) am 20.01.2009 um 00:14 Uhr (#)

    Danke Dir für die ausführliche Beschreibung. Ich werde mir diesen Artikel merken bzw. archivieren. Ralph

  • Enno (Webseite) am 24.01.2009 um 15:59 Uhr (#)

    Ich habe einen meiner Blogs mit neuer Software ausgestattet, was eine Änderung der Permalinks zur Folge hatte. Es dauerte teilweise bis zu zwei Wochen, bis Google die neuen Permalinks in den Index aufgenommen hatte. Trotz Sitemap. Ich habe den Relaunch zum 01.01. gemacht, also kurz vor dem Pagerank Update. Jetzt muss ich warten, um zu sehen, ob die ganzen 301-redirects auch den PR übertragen haben… Die Platzierungen in den Serps sprechen allerdings dafür.

    Freut mich, dass dir das Plugin die Arbeit erleichtert hat. Ich fand es auch ziemlich bequem.

  • Mario (Webseite) am 24.01.2009 um 22:10 Uhr (#)

    Es gibt ein kostenloses Toll, es nennt sich MySQLDumper, damit wird der Umzug einer Website mit Datenbankanbindung zum Kinderspiel. Wollt ich nur mal beistuern, da ich selbst gerade wieder auf meinen eigenen Server gezogen bin :)

  • Mario (Webseite) am 24.01.2009 um 22:12 Uhr (#)

    achso und danke für den ausführlichen Artikel :)