Aufmerksamkeit
17. Dezember 2008 | Fragen | 12 Kommentare
Das Bohei um autauchende Nacktfotos ist jedes Mal wieder groß. Viele Blogs wollen etwas abhaben vom Kuchen und schreiben wie wild einige Zeilen zusammen mit den ganz bestimmten Keywords. Damit kann man einiges an Traffic abgreifen und wenn man schnell ist, sogar einige Links, auch wenn der Linkneid gerade hier sehr groß ist. Aber es finden sich immer einige Leute, die sich solcher Traffic-Aktionen erhaben fühlen und kräftig ablästern. Dabei linken sie. Das mag einem als Widerspruch erscheinen, muss es aber nicht.
Dennoch rate ich keinem in einem Themen- oder persönlichen Blog diese Aktionen mitzumachen. Denn auch ich habe hier vor mittlerweile über einem Jahr einen Artikel zu einer Dame mit Nacktfotos geschrieben. Da diese wohl noch nicht allzu bekannt war, konnte ich schnell sehr gute Positionen erreichen und da sie dann unglaublich bekannt wurde eben auch tonnenweise Traffic abgreifen. Dennoch, es hat diesem Blog eher geschadet, denn genützt.
Positiv waren sicher die Einnahmen, auch wenn die im Starbereich enorm gering ausfallen. Kaum ein Klick wird höher als mit 5 Cent vergütet. Zudem hat die Aufmerksamkeit mir einige Links eingebracht und eben Aufmerksamkeit. Mein Blog war jung und tauchte durch den Artikel dennoch schnell in einigen Toplisten auf. Nach diesen Listen richten sich eben doch viele Blogger und so hat es sicher geholfen bekannter zu werden.
Aber! Noch Heute, nach über einem Jahr schätzt Google diesen Blog anders ein, als ich es mir wünsche. Für Google ist dies ein Starblog, kein Marketing-, Webmaster- und Seoblog. Ich merke das daran, dass im ersten Themenfeld Beiträge, die ich dann eben auch nachgeschossen habe, gut ranken, selbst, wenn die Konkurrenz dort stark ist. Zu Seo-Themen aber rankt dieser Blog so gut wie gar nicht. Und das, obwohl die Links deutlich in der Überzahl zum Thema SEO sind.
Deshalb fange ich nicht an zu weinen, aber es weist darauf hin, dass ein “Erfolg” im Starnacktsektor einen Misserfolg im eigentlichen Themenbereich des Blogs nach sich ziehen kann. Nun ist es aber so dass im SEO-Bereich, rund um das Geldverdienen im internet mit Webseiten, sehr gute Klickpreise gezahlt werden. Zählt allerdings dein Blog als Starklitsche, dann wird eben auch qualitativ geringer eingeschätzte Werbung geschaltet. Mittlerweile istd as zwar bei Adsense nicht mehr so schlecht und ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten enorm zurückgehalten auf den ein oder anderen Trafficzug aufzusteigen.
Sicher hat diese Blog dadurch enorm Visits verloren, über kurz oder lang denke ich aber dass aber mehr Besucher werden. Visits sind keine Besucher und einen SEO-Blog brauche ich nicht, um Startraffic abzugreifen. Ich habe also die Aufmerksamkeit verschoben. Ein Blog für Trafficgedöns und hier eine Experimentierumgebung, die sich eben nicht mehr mit Themen, sondern mit der Technik beschäftigt. Die Themen kann man auf anderen Domains ausprobieren.
Und gerade einem jungen Blog mit Themenfokus rate ich zu Geduld. Wenn du gute Inhalte hast, dich einigermaßen kümmerst und eben nicht auf diese Nackedeiparaden aufspringst, dann kommt irgendwann auch die Trafficwelle. Gut beobachten konnte ich das beim Blog meiner Mutter Monalisablog. Sie schreibt über Bücher, Gedichte und Gedanken. Lange Zeit mit weniger als 50 Besuchern pro Tag. Irgendwann gab es einen Schub und es waren für eine lange Zeit hundert Besucher am Tag. In der letzten Woche dann kam der dritte Schub und ihr Blog liegt jetzt bei zweihundert Besuchern pro Tag. Keine Massen, mit ein wenig Stargeschreibsel schnell zu erreichen. Aber wenn man die Verdopplungsschübe, also die Rankingverbesserungen, weiter hochrechnet, dann wird dieser hochwertige Traffic auf lange Sicht gewinnen.
Um das mal noch mit Zahlen zu unterfüttern greife ich auf das neue (?) Feature von Analytics zurück, dass anzeigt, welche Steigerung in Prozent eine Seite in einem bestimmten Zeitraum hatte. Der Monalisablog hatte in einem Jahr eine Besucherwachstum von 292% und der Seo Watchblog einen Rückgang von 1,69%.
Gerade in umkämpften Gebieten kann man es meiner Meinung nach nicht mehr verantworten so enorm neben dem Thema zu schreiben, auch wenn etwas frischer Content, den kein anderer hat, der irgendwie auch zum Thema passt, einer Seite immer gut tut. Aber der Starrummel ist sicher kein Feld, wo man sich tummeln möchte. Es sei denn man betreibt einen Gossipblog.
Ich habe ja nur meine Seiten, um diese Thesen zu belegen. Wie sieht es bei euch aus, könnt ihr dem Zustimmen, oder sind eure Erfahrungen ganz andere?

